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Bewerbung | Tipps und Infos

Wie wichtig ist eine gute Bewerbung?

Tipps und Infos für Bewerbungen. Wie wichtig sind gute Bewerbungsfotos? Ein offenes Gespräch. Erfahren Sie einige gute Ratschläge vom Profi, auf der Suche nach dem Traumjob, ein Interview: Ein offenes Gespräch zum Thema bewerben und Bewerbungsfotos. Wichtige Tipps und Informationen für Akademiker, Führungskräfte, Studenten und für alle Menschen die sich auf qualifizierte Stellenausschreibung bewerben möchten.

Fotograf für professionelle Bewerbungsfotos

Was Sie über Bewerbungsfotos unbedingt wissen sollten

Insidertipps für Bewerbungsfotos und Bewerbungen von Akademikern ,Interview zum Thema Bewerbungsfotos und Bewerbungen, geführt von Carpe Diem Marketing mit den renommierten Business-Fotografen Stephanie, Dieter und Dario Eidens-Holl

Die Familie Eidens-Holl zählt zu den erfahrensten Businessfotografen im deutschsprachigen Raum, wenn es um Werbepräsentationen geht, bei denen der Mensch im Fokus steht. Die Fotografenfamilie Eidens-Holl betreibt Fotostudios für Businessfotografie und bietet höchst professionelle Bewerbungsfotos in Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg in Emmelshausen im Rhein-Hunsrück-Kreis und in Wien an. Ihre Kunden sind fast ausschließlich Akademiker auf der Suche nach dem Traumjob.
Fotografenmeister, Businessfotograf und Marketingmann Dieter Eidens-Holl, sowie seine Frau Stephanie (Businessfotografin) und sein Sohn Dario (Businessfotograf) stehen uns zu einem offenen und persönlichen Interview zum Thema Bewerbungen zur Verfügung. Sie nehmen Stellung zu den häufigsten Kundenfragen und Irrtümern zum Thema Bewerbungsfotos. Die Familie Eidens-Holl ist überregional gefragt, wenn es um Menschen geht, die sich zur Selbstvermarktung im Business ins rechte Licht setzen lassen möchten. Internationale Vorstände, Politiker und Präsidenten großer Einrichtungen und Behörden vertrauen auf ihre fotografischen und psychologischen Fähigkeiten, ebenso wie ambitionierte Studenten der Hochschulen.

Im Internet gibt es viele Tipps für gute, individuelle Bewerbungsfotos. Was ist Ihr wichtigster Ratschlag?

Dieter Eidens-Holl: Mein wichtigster Tipp lautet: Authentizität, und nicht alles zu glauben, was man im Internet liest.
Viele Aussagen auf Internetplattformen entsprechen Halbwahrheiten, da es sich um allgemeine Tipps von der Stange handelt und diese Aussagen nicht zu personifizieren sind.
Wer maß-genaue Vorschläge für gute Bewerbungsfotos im Internet gibt, ist meines Erachtens unseriös. Beispielsweise liest eine 31 jährige Kinderärztin die gleichen Tipps im Internet, wie ein 48 Jahre alter Strafverteidiger. Beide verfolgen ganz unterschiedliche Ziele, um Menschen zu helfen, die sich ihnen anvertrauen. Aber beide müssen sich ganz differenziert präsentierten.
Daher ist es ebenso gefährlich im Internet genaue Anweisungen für ein gutes Bewerbungsfoto zu geben, als wenn ein Arzt genaue Prognosen im Netz preisgeben würde, ohne einen Patienten jemals untersucht zu haben.
Nun ja, bei uns geht es zwar nicht um Leben und Tod, aber immerhin um die berufliche Zukunft von einem Menschen. Dieser Verantwortung sollten sich alle bewusst sein, die im Internet mehr oder weniger gute Tipps für Bewerber kundtun. Ich kann nur über allgemein gültige Richtlinien berichten. Jeder Mensch bringt sich selbst zum Bewerbungsfoto und zum Vorstellungstermin mit. Um einen genauen Werbeauftritt für einen Kunden zu realisieren, müssen wir als Businessfotografen mit unseren Kunden vor einem Bewerbungs-Fotoshooting ein intensives, ganz individuelles und persönliches Gespräch führen.

Wieso sollte man etwas Geld für gute Bewerbungsfotos in die Hand nehmen?

Stephanie Eidens-Holl: Geiz bei Bewerbungsbildern ist ein ganz falsches Signal, denn daraus schlussfolgert ein erfahrener Personaler, dass der Bewerber nicht bereit ist, in seine Zukunft zu investieren. Ebenso wenig bringt sie eine teure und kunstvolle Porträtfoto-Serie mit Ganzkörperfotos weiter, denn ein Bewerbungsfoto ist ein klassisches Businessportrait und bildet nur einen Teil des Oberkörpers ab.

Wie groß sollte ein Bewerbungsfoto sein?

Dario Eidens-Holl: Für Akademiker empfehlen wir ca. 6 x 9 cm, andernfalls auch 4,5 x 6 cm große Bewerbungsfotos. Beide Formate entsprechen dem sogenannten goldenen Schnitt und wirken daher sehr ansprechend. Es kommt immer darauf an, wo ein Foto auf einer Bewerbung platziert wird.

Und wohin soll der Kunde schauen?

Dario Eidens-Holl: Immer direkt in unsere Kamera. Nie aus dem Bild heraus oder zu einer Seite weg. Wenn der Kunde direkt in die Kamera schaut, entsteht zum Personalentscheider eine persönlich wirkende direkte Kommunikation. Es ist das gleiche Prinzip, wie wir uns gerade unterhalten. Wir schauen uns dabei in die Augen und dies entspricht der Kultur unserer westlichen Kommunikation. Ein Bewerbungsbild ist auch kein ungestellt wirkender Schnappschuss, in dem das „Model“ wie zufällig fotografiert wirken darf. In einem Bewerbungsratgeber habe ich mal gelesen, dass sich der Bewerber beim Shooting schütteln soll um danach direkt ungezwungen in die Kamera zu schauen. Unsinn – mich hat es bei dieser Vorstellung geschüttelt. Wir als Fotografen für professionelle Bewerbungsfotos leiten unsere Kunden detailliert an.

Ich habe mal gelesen, dass man auf Bewerbungsfotos keine Zähne zeigen soll, stimmt das?

Stephanie Eidens-Holl: Wo lesen Sie denn nach :), das ist auch Unsinn. Wenn ein offenes, sympathisches Lachen zu Ihrer Persönlichkeit passt, sollten Sie dies auch auf den Fotos zeigen. Ein Mensch, der ein offenes Lachen zeigen kann, wird nicht nur als freundlich und sympathisch empfunden, sondern auch als eine Persönlichkeit, die entschlossen handeln kann. Passt dieses offene Lachen nicht zu Ihnen, stellt das auch kein Problem dar, denn jeder Mensch hat seine ganz eigene Persönlichkeit und sollte diese auch nicht versuchen zu verstellen oder zu unterdrücken. Nicht nur wir als Businessfotografen für Bewerbungsfotos sondern natürlich auch Personaler oder Personalpsychologen würden sofort beim ersten Kontakt bemerken, dass da etwas nicht stimmt.
Ich rate den Bewerbungsfoto-Kunden, sich einfach zu erlauben, sich selbst zu sein und beim Shooting auf unsere Menschenkenntnis zu vertrauen, denn nur so entstehen Fotos die zum Traumjob führen.
Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung und entsprechender Ausbildung genau, wir wir einen Menschen zu präsentieren haben, denn Werbeauftritte von Menschen sind unser Business. In unserer Bewerbungsfoto-Galerie zeigen wir Ihnen Beispiele guter Bewerbungsfotos.

Wie alt darf ein Bewerbungsfoto höchstens sein?

Dario Eidens-Holl: Ein Bewerbungsfoto muss so aktuell sein, dass Sie authentisch wirken. Hat der Bewerber eine neue Frisur, sich einen Bart wachsen lassen oder trägt er zwischenzeitig eine Brille, muss das Foto erneuert werden, selbst wenn das letzte Foto erst ein paar Wochen alt ist. Als allgemeine Faustregel gilt ca. 2 – 3 Jahre bei einem erwachsenen Menschen.

Was sollte ich auf dem Bewerbungsfoto anziehen?

Dario Eidens-Holl: Wählen Sie eine für den Beruf angemessene Kleidung und orientieren Sie sich am Outfit, das sie auch zum Vorstellungstermin anziehen möchten. Die Homepage der jeweiligen Firma vermittelt Ihnen Informationen über den dort üblichen Dresscode.

Wirke ich als Frau kompetenter, wenn ich die Haare maskulin streng zurückstecke.

Stephanie Eidens-Holl: Derjenige oder diejenige, der dieses Märchen in Umlauf gebracht hat, gehört eingesperrt;). Wer einen Mann einstellen will, stellt einen Mann ein. Authentizität, eine offene Persönlichkeit und gepflegtes, natürliches Äußeres sprechen eher für Sie. Aber auch hier müssen wir ganz individuell differenzieren. Kompetenz, Stärke und Durchsetzungsvermögen galten lange Zeit als typisch männliche Symbole. Soziologisch ist erwiesen, dass Menschen die Deutung einer Symbolsprache nicht innerhalb einer Generation ablegen. Also ist es unsere Aufgabe, sehr fein zu differenzieren. Wir haben sowohl zu diesem Thema Gespräche mit Soziologen, als auch mit Wirtschaftspsychologen geführt. Das zusammengefasste Resultat lässt sich an besten so beschreiben: Eine gut präsentierte Authentizität ist und bleibt das wichtigste Merkmal eines Werbeauftrittes eines Menschen. Der Mensch sollte von uns so in einem Bewerbungsbild dargestellt werden, wie er auch zum Vorstellungstermin erscheinen wird. (Codedress, etc. alles mal vorausgesetzt). Ein Foto was zu weiblich, sinnlich oder sexy ist, gilt schlichtweg als ein Karrierekiller. Wir verstehen es hier ganz fein zu differenzieren. Ein Fotograf, der nicht auf dieses Thema explizit spezialisiert ist, wird kleine Fehler machen und genau durch solche Bildaussagen entsteht auch der Irrglaube, Frauen müssen männlich sein. Aber auch hier muss scharf differenziert werden: möchte ich Soziale Arbeit verrichten oder Bauingenieurin werden. Jedenfalls schadet hier eine Portion Maskulinität weniger, als zu viel weibliche Sinnlichkeit. Dabei sind wir wieder bei der Persönlichkeit, Authentizität und Individualität der Menschen angelangt. In der Regel bewirbt sich nicht der gleiche Typ Mensch im Bauwesen wie im Kinderkrankenhaus. Ich hoffe, ich habe mich deutlich genug ausgedrückt. Es gibt keine Pauschalen…

Was zieht eine Frau am besten zu einem Vorstellungstermin an?

Sie merken, dass ich kein Freund von Pauschalirrungen bin. Eine Outfitberatung eines guten Modeausstatters wird auch nicht am Telefon erfolgen. Als Faustregel gilt aber, dass die Kleidung zu dem angestrebten Job passen sollte. Wer sich zum Beispiel als Rechtsanwältin bewirbt, sollte bereits schon auf dem Bewerbungsfoto wie eine Rechtsanwältin wirken. Am besten es es natürlich, sich die Homepage eines Unternehmens anzusehen, um zu schauen, wie sich Menschen in diesem Unternehmen für Ihre Außenpräsentation anziehen. Keinesfalls sollte man sich an Fotos dieser Menschen lediglich auf Businessplattformen wie LinkedIN oder Xing ansehen. Diese Fotos wurden oftmals privat außerhalb eines Firmenshootings fotografiert und entstanden so nicht bei der Selbstdarstellung des jeweiligen Unternehmens. Im Arbeitsalltag kleiden sich Mitarbeiter oft legerer als bei einer Fotopräsentation des Unternehmens. Passen Sie sich der CI eines Unternehmens an.

Ich lasse mich nicht gerne fotografieren, kann ich mich auch in Deutschland anonym bewerben, wie in einigen anderen Ländern auch?

Dieter Eidens-Holl: Nein, davon raten wir ab. Das Bewerbungsfoto ist seit der Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) zwar nicht mehr Pflichtbestandteil einer Bewerbung, dennoch sollten Sie unbedingt ein Foto beifügen. Im besonderen daher, dass die klugen Köpfe, wenn es um entsprechend qualifizierte Stellen geht, auch längst in Ländern wie in der USA etc., wo Bewerbungsfotos nicht zugelassen sind, einen anderen Weg gefunden haben, sich dennoch mit einem Foto zu präsentieren. Denken Sie mal darüber nach, wo und wie soziale berufliche Netzwerke wie LinkedIN entstanden sind ;). Sowohl Menschen, wie auch Produkte und Dienstleistungen „verkaufen“ sich primär über Emotionen, die durch Fotos geweckt werden.
Jeder Personaler schaut auf Ihre Netzwerke, wenn es um die Besetzung einer entsprechende Stelle geht und verschafft sich einen Eindruck von Ihnen. Ich spreche dabei nicht von der Bäckerei-Fachverkäuferin von nebenan, sondern von Menschen die eine Karriere anstreben. Wie bereits Leonardo da Vinci schon sagte: „Der Mensch, das Augenwesen, braucht das Bild.“
Ein Fototermin bei uns ist entspannt und wir haben Zeit für unsere Kunden. Bewerbungsfotos sind mal eben PR-Bilder in eigener Sache. Können Sie sich Produktwerbung in Zukunft ganz ohne Bilder vorstellen? Sicherlich nicht – auch Bewerber vermitteln mit guten Fotos einen ersten positiven Eindruck und wecken „Kaufinteresse“. Ich hatte letztes Jahr ein Gespräch mit einem deutschstämmigen Vorstand eines bekannten US-Konzerns. Es äußerte sich abschließend: „Unser strenges Antidiskriminierungsgesetzes kostet die Bewerber, die wir wieder wegschicken, weil es nicht passt, viel ihrer Zeit und uns als Unternehmen kostet es auch viel Zeit und somit Geld durch sehr große Personalabteilungen.“

Wo und wie platziert man ein Bewerbungsfoto in der Bewerbung?

Stephanie Eidens-Holl: Das hängt auch wieder vom Berufsbild und von der Branche ab. 90% unserer Kunden sind Akademiker oder streben einen akademischen Abschluss an. Dennoch bewirbt sich ein Wirtschaftsingenieur anders wie ein Kommunikationsdesigner. Viele unserer Kunden arbeiten mit einem Deckblatt (Beispiele: Bewerbungsfotos mit Deckblatt). Die andere Variante ist, die Platzierung eines Bewerbungsfotos in einer Kopfzeile auf dem Lebenslauf.

Empfehlen Sie hochformatige Fotos oder querformatige Fotos für eine Bewerbung.

Dario Eidens-Holl: Auch diese Frage möchte ich nicht verallgemeinern. Allerdings kommen bei vielen unserer Kunden ein querformatiges Bewerbungsfoto gut an.

Was sind die größten Fehler die Bewerbungen gemacht werden?

Dieter Eidens-Holl: Da gibt es leider viel zu viel zu berichten. Da wir ständig in Kontakt zu Personalentscheidern stehen, hören wir das eine oder andere aus dem innersten Winkel des Nähkästchens.
-Bei Fotos wird sich oft keine Zeit vom Fotografen genommen, so entstehen bessere Passbilder sogar Urlaubsbilder werden eingereicht.
-Ganz fatal sind Bewerbungen die per SMS reinkommen.

Das gibt es wirklich bei Akademikern?

Dieter Eidens-Holl: Da gibt es noch viel mehr….
– Ein Geschäftsführer berichtete uns mal von einer anderen Führungskraft, die sich in seinem Unternehmen beworben hat, aber keine wirkliche Zeit für ein Vorstellungsgespräch hatte. Er wollte den Personalleiter ins Flughafenrestaurant bestellen.
– Oder Bewerber, die ohne Ankündigung und Entschuldigung eine Viertelstunde zu spät zum Interview kommen.
– Viele Kunden möchten natürlich super schön aussehen und spornen ihren Fotografen zu ganz wilden Fotoretuschen an. Der in der Businessfotografie unerfahrene Fotograf, meint es besonders gut mit seinen Kunden und retuschiert, was das Zeug hält. Ich weiß von 50 jährigen, die aussehen wie 25 und von Menschen, die mal kurz beim photoshoppen 30 Kilo Gewicht verloren haben. Natürlich ist das Vertrauen dann beim ersten persönlichen Kontakt sofort gestört, wenn ein Top-Model erwartet wird und ein „Ottonormalverbraucher“ spaziert zur Tür hinein. Das gilt natürlich auch für die männlichen Bewerber.

Haben Sie auch solche Retusche-Anfragen

Stephanie Eidens-Holl: Ja natürlich, den Menschen wird durch die Medien ein Bild vorgelebt, das oft nicht der Realität entspricht. Ich hatte zu diesem Thema im vergangenen Monat ein Gespräch mit einer promovierten Wirtschaftspsychologin, die für einen der großen Automobilbauer im Rekruting tätig ist. Sie wunderte sich arg, dass auch zu uns Menschen kommen, deren Vorstellungen realitätsfremd sind. Bei Bewerbungsfotos geht es nicht um Schönheit. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, äußerte sie sich: „Ich bringe weniger Teenager mit Ihrem Fotostudio in Verbindung, als Menschen mit einem sehr guten Bildungsstatus. Aber viele Menschen lassen sich eben leicht durch die Medien beeinflussen und verunsichern. Schönheit ist bei einer Bewerbung zwar nicht hinderlich, aber Authentizität, Ehrlichkeit und ein gepflegtes Äußeres zählen wesentlich mehr.“

Dazu haben wir noch eine kurze Frage, was sagen Sie zum Thema Bart bei jungen Männern?

Dieter Eidens-Holl: Diese Frage stellen uns viele junge Männer. Und eine Antwort auf diese Frage ist ganz schwierig. Der Vollbart ist ja derzeit in Mode. Er lässt sich bei jungen Männern auch mehr und mehr im Business beobachten. Ein Personalcoach hat diese Frage einem jungen Mann mal mit einer Gegenfrage beantwortet. „Sehen Sie im Bart irgendeinen Vorteil für sich als Bewerber? Wenn nicht, dann rasieren Sie ihn ab!“ Wenn ein konservativer Personaler nichts von modischen Trends hält, fällt der Bartträger evtl. durch sein Raster. Es bleibt im Endprinzip eine Gewissensentscheidung des einzelnen, in wie weit man bereit ist sich zu verbiegen. Wenn man einen Bart frisch abrasiert, ist die Haut erst mal gerötet und gerade im Sommer viel blasser, als der Rest des Gesichtes. Das ist meines Erachtens keine Alternative. Jedenfalls sollte ein Bart gepflegt sein.

Welche Modeerscheinungen sind tabu beim Vorstellungsgespräch?

Dario Eidens-Holl: Tattoos, Piercings und schlampig gebundene Krawatten sind sowohl auf einem Bewerbungsfoto, wie auch bei einem Vorstellungstermin absolut tabu, wenn es um akademische Berufe geht. Ein Verwaltungsleiter eines Krankenhauses differenzierte es mal so: „ Ich achte auf ganz andere Sachen, wenn wir einen neuen Chefarzt einstellen, als bei jemanden der in der Krankenhausküche aushilft.“ Die Bewerbung sollte dem Niveau und den Erfordernissen der ausgeschriebenen Stelle angepasst sein.

Wissen Sie über noch mehr Fehler bei Bewerbungen zu berichten, woraus unsere Leser etwas für sich lernen können?

Stephanie Eidens-Holl: Einen ganz schlimmen Fehler haben mal zwei frischgebackene Ingenieure gemacht, die zwar eine sehr gute Bewerbung beim gleichen Unternehmen einrichten, damit auch in die engere Auswahl gekommen wären, wenn die beiden Bewerbungsschreiben nicht fast vollkommen identisch gewesen wären. Sie haben die Bewerbungen gemeinsam in ihrer WG erstellt, wie es sich aus der gleichen Anschrift für den Personaler unschwer hat ableiten lassen.
Dario Eidens-Holl: Oftmals sind es auch Fehler die bei pace and copy entstehen. Schnell ist mal was falsch eingefügt und die Bewerbung richtet sich namentlich an den Mitbewerber des Unternehmens.
Stephanie Eidens-Holl: Und dann gibt es noch die Dekolletee-Falle
Wir mussten einmal eine Kundin ausbremsen, die bei ihren Bewerbungsfotos mit einen schönen, aber viel zu tiefen Dekolletee punkten wollte.
Von einer besonders netten Panne bei ihrer Bewerbung berichtete uns Jahre später einmal eine Deutschlehrerin. Sie bedankte sich bei uns, dass wir ihr mit einem guten Bewerbungsfoto zu ihrem Traumjob verholfen haben. Nachdem sie die Bewerbungen bereits abgeschickt hatte, entdeckte sie beim nochmaligen Durchlesen an ihrem Computer einen Tippfehler. „Ich wäre am liebsten in den Briefkasten geklettert um das Schreiben rauszuholen…. Mir war das so peinlich, berichtete uns die mittlerweile erfahrene Lehrerin Jahre später. Ein Jahr nachdem sie die Wunschstelle schon hatte, hat sie den Rektor der Schule auf den Tippfehler in ihrer Bewerbung angesprochen. Auch ihm ist der Fehler nicht aufgefallen, da ihr Foto schon soviel Sympathie und Power ausstrahlte, Er hatte den Fehler auch übersehen. Die Lehrerin hatte eine „Beerbung“ statt einer „Bewerbung als Deutschlehrerin“ versendet:).

Welchen Tipp können Sie jungen Hochschulabsolventen geben?

Dieter Eidens-Holl: Ich fasse die Worte eines Personalentscheiders mal zusammen: Alle Bewerbungen von Menschen, die auf meinem Schreibtisch landen erfüllten die Qualifikationen, denn sie wurden mehrfach filetiert, bis sie zu mir gelangten. Ich schaue mir die Bewerbungen an, schaue ob alles stimmig ist, ob es keine großen Lücken im Lebenslauf gibt, aber vor allem muss ich das Gefühl haben, dass ich mir Teamplayer mit ins Boot hole. Uns ist es bewusst, dass junge Leute, die von der Hochschule kommen, fast zwanzig Jahre auf sich selbst gestellt gewesen sind und sich als Einzelkämpfer durchbeißen mussten. Ich vertraue auf mein Gefühl, dass ich gute Teamplayer auswähle.

Kann man Teamfähigkeit in Fotos ausdrücken, ohne andere Attribute zu vernachlässigen?

Selbstverständlich, dafür sind wir als Fotografen für Bewerbungsfotos und für Businessbilder geschult!

Kann man mit guten Bewerbungsfotos eine schlechte Bewerbung raus reißen?

Dieter Eidens-Holl lacht: Leider nein! Der Gesamteindruck ist sehr wichtig, das Foto ist zwar ein wichtiger Bestandteil einer Bewerbung – aber nicht alles. Eine gute Bewerbung sollte sehr übersichtlich und prägnant aufgebaut sein und die Inhalte sollten zur ausgeschriebenen Stelle passen. Im Lebenslauf sollten die zuletzt erworbenen Abschlüsse oben aufgeführt sein.

Also genau anders herum als man sie erworben hat, warum?

Der Personaler will nicht lange nach den aktuellen Kenntnissen und Abschlüssen suchen, der Bewerber sollte sich möglichst immer versuchen in einen Personaler hineinzudenken. Wie mache ich meinem Gegenüber seine Arbeit einfacher…

Sind noch viele Bewerbungsmappen im Umlauf?

Da die meisten Unternehmen selbstverständlich Online-Bewerbungen bevorzugen, hat sich die Arbeit für den Bewerber vereinfacht. Was viele Bewerber allerdings nicht wissen, ist dass fast alle unsere Kunden, deren tägliches Brot Personaleinstellungen sind, mit einer Mappe zum eigenen Vorstellungsgespräch gehen werden.

Wie wird ein Bewerbungsfoto auf einer Mappe befestigt?

Dario Eidens-Holl: Wir empfehlen die Fotos mit einem non-permanenten Klebeabroller zu befestigen. Das ist super und die Fotos kann man wieder ablösen. Wenn man nicht stark an einem Foto zieht, kann man einen non-permanenten Kleber nicht von einem permanenten Kleber unterscheiden. Die Klebeabroller gibt es von verschiedenen Herstellern im Bürohandel. Büroklammern sind tabu! Das sieht nicht nur unschön aus und symbolisiert sogar, dass das Foto einer Wurfsendung entspricht, die später wieder verwendet wird. Sie suggerieren damit – eigentlich habe ich hier gar keine Chance. Ich nutze das Foto eh auf meinen weiteren Bewerbungen.

Klebt man ein Foto auf oder druckt man es auf den Lebenslauf oder auf das Deckblatt?

Dario Eidens-Holl: Hochwertiger wirken professionelle Fotoabzüge. Es kostet zwar etwas mehr, man suggeriert aber nach außen: Diese Bewerbung ist mir was wert! Ausdrucken hat oftmals das Image von einer Fotokopie, also einer auf die Masse abgestimmten Ware.

Wieso, wenn die Unterlagen doch Online vorliegen?

Ein Vorstand eines Weltkonzerns äußerte sich uns gegenüber mal folgender Maßen: „Ich möchte nicht, dass es mir so geht, wie vielen unseren Bewerbern. Meine Assistentin druckt die Bewerbungen in schwarz-weiß auf einfaches Kopierpapier aus und heftet die einzelnen Blätter zusammen, bevor sie die Runde bei uns machen. Glauben Sie etwa, ich möchte kopiert und zusammen getackert einem Aufsichtsrat vorgelegt werden?“ Antworten dieser Art, von Entscheidungsträgern in den verschiedensten Unternehmenshierarchien, hören wir fast wöchentlich. Eine gut strukturiere Mappe kann der Bewerber beim Vorstellungsgespräch persönlich überreichen, er kommt nicht mit leeren Händen und bringt seinem Gegenüber etwas mit, was guter Erinnerung bleibt.

Geben Sie uns doch bitte noch einige allgemeingültige Tipps für Bewerberinnen mit auf den Weg

Outfit-Tipps für Bewerberinnen von Stephanie Eidens-Holl

Tragen Sie einen dezenten Schmuck, wenn es zum Typ passt. Der Blick geht somit nicht direkt zum Dekolletee. Wir haben aber auch Vorstandsdamen im Kundenkreis, zu deren
starker Persönlichkeit auffälliger Schmuck gehört, dass ist okay.
Mit einer unifarbenen Bluse und einem dazu abgestimmten gut sitzenden Blazer ist man auf der sicheren Seite, ebenso wie mit einem nicht zu tief dekolletierten edlen Top samt Blazer.
Sie sollten sich wohlfühlen. Allerdings gilt eine „Blazerpflicht“ bei den meisten akademischen Berufen.
Beim Lippenstift gilt: kein zu knalliges Rot verwenden. Lassen Sie sich in einer guten Parfümerie beraten, was zu Ihnen passt. Das gleiche gilt für die Augen. Nennen Sie den Grund Ihres Besuches und wählen Sie passend zum Anlass dezente Farben aus, die genau Ihrem Typ entsprechen.
Wenn Sie allerdings nie geschminkt unterwegs sind und vom Typ eher natürlicher sind, sprechen Sie auch darüber mit der ausgebildeten Kosmetikfachberaterin. Sie wird Ihnen sicherlich dezente Produkte empfehlen. Stylen Sie sich niemals stärker für einen Bewerbungsfoto-Termin, wie für ein Vorstellungsgespräch.

Outfit-Tipps für Bewerber
Zu 90 % gilt Krawattenpflicht – schauen Sie sich die Mitarbeiter auf der Homepage des Unternehmen an. Motivkrawatten sind tabu.
Mit einem dunklen Anzug und einem hellen Hemd (weiß oder hellblau) sind Sie gut gekleidet. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Hemd gut am Hals sitzt. Ein Einstecktuch tragen eher unsere Kunden in Wien. In Deutschland ist es weniger üblich.
Üblich ist aber teilweise auch, was der Unternehmens-Vorstand vorlebt – Orientieren Sie sich wiederum an der Homepage der Firma. Es gibt viele Unternehmen, die eine ganz eigene „Dress-Kultur“ pflegen.
Ein No-Go ist jegliche Form von Schmuck

Danke für Ihre Zeit, die tollen Informationen aus erster Hand und für Ihre Offenheit